Kiffende Delfine und Rentiere auf Pilzen - Drogen im Tierreich

Artikel #37

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von Jule

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Umwelt

Auch unter den Tieren sind Drogen weit verbreitet. Wir stellen euch die grössten Junkies vor!

Delfine auf Kugelfisch

2014 machte ein Film- und Forscher*innenteam vom BBC eine Entdeckung. Bei dem Dreh einer Naturdokumentation nahmen sie auf, wie die Delfine Kugelfische ganz behutsam in ihr Maul nehmen, darauf rumkauen und (wie einen Joint) einander weiterreichen.

Kugelfische sind jedoch hochgiftig -  bei Stress produzieren sie das Nervengift Tetrodotoxin, eines der stärksten Gifte in der Natur.  Schon nur ein Milligram davon reicht um einen erwachsenen Menschen zu töten.

Für die Grossen Tümmler ist das aber der besondere Kick. Sie malträtieren den Kugelfisch solange, bis er sich aufbläht und sein Gift abgibt.

Kurze Zeit später fallen die Delfine in eine Art Trance und lassen sich völlig entspannt an der Wasseroberfläche treiben. Der Kugelfisch haut solange schnell ab.

Bis jetzt wurde dieses Verhalten nur bei den Gruppen aus jungen männlichen Delfinen beobachtet.

Ein Auschnitt der Doku des BBC kannst du hier sehen.

Die Delfine sind aber nicht die einzigen Tiere die gerne mal Drogen konsumieren!

 

Rentier im Pilzrausch

Fliegende Rentiere? Könnte eventuell daran liegen, dass sie gerne und regelmässig Fliegenpilze konsumieren! 

Die psychoaktiven Substanzen darin rufen ähnliche Halluzinationen wie bei LSD hervor.

Um die Pilze zu finden, legen die Rentiere weite Strecken zurück und graben sie sogar im Winter aus dem Schnee aus.

Nach dem Verzehr der Giftpilze torkeln sie herum, machen komische Geräusche und fangen an zu Headbangen. 

 

Besoffene Affen

Noch wilder geht es auf der Karibik Insel St. Kitts zu. Dort lebt an einem Strand eine Bande von rund 300 Meerkatzen. Die kleinen Affen stehlen den Badegästen am Strand überfallsmässig ihre Cocktails.

Am Abend liegen regelmässig komplett betrunkene Affen zwischen den Liegestühlen herum.  

Wissenschaftler*innen haben die Meerkatzen beobachtet und dabei Erstaunliches festgestellt. 15 Prozent der Affen trinken keinen Alkohol, 65 Prozent genehmigen sich nur manchmal einen Drink und 15 Prozent sind schwere Trinker*innen. Die restlichen 5 Prozent sind die sogenannten «Selbstmordtrinker*innen» bei denen die Forscher*innen den Eindruck hatten, dass die Affen ihr Leben möglichst schnell durch eine Alkoholvergiftung beenden wollten.

Interessant: Das entspricht in etwa den gleichen Zahlen wie bei uns Menschen.

 

Manche Tiere sind uns also doch ähnlicher als vermutet!